Dienstag, 30. November 2010

Weiler Rems: Demonstration gegen rechts

Es ist kein Privileg und bringt auch nichts Erfreuliches mit sich - aber einen Vorteil hat es, wenn man 400 Meter neben einem Nazi Zentrum wie der Linde in Weiler Rems wohnt.

Man kann einfach nicht übersehen wenn eine Demonstration die Hauptstraße herunterkommt und die protestierenden Menschen laut und deutlich rufen:

“KEIN PLATZ FÜR FASCHISTEN. WEDER IN WEILER NOCH ANDERSWO.”

So geschehen am Samstag den 27.November 2010 nachmittags zwischen drei und vier Uhr.
Und dann freut man sich irgendwie. Denn die meisten Nachbarn beteiligen sich dabei nicht! Niemals! Die meisten Nachbarn beklagen sich nicht einmal, dass es hier ein Nazizentrum gibt. 
Als wenn das Problem durch beschweigen verschwinden würde!
schorndorfer nachrichten
Dazu berichten die Schorndorfer Nachrichten in ihrer Ausgabe vom 29.11.2010:
“Ende 2006 ist die Gaststätte Linde … in den Blickpunkt der Öffentlichkeit gerückt, …
Bei einer Durchsuchung fand die Polizei außer rechtem Propaganda Material auch Waffen. Es stellte sich heraus: In der Linde hatten vermutlich im Keller Schießübungen stattgefunden: Die Rechten ballerten auf Partyfässchen. Gäste waren auch auffällig geworden, als sie ausländerfeindliche Parolen skandierten. So trafen sich Skinheads und Neonazis im Sommer 2008 dort zu einem Treff, den die Polizei auflöste.
Obwohl … die Konzession für die Gaststätte entzogen wurde, treffen sich in dem Lokal weiterhin Rechtsextremisten auf privater Basis.”

Und deshalb ist es ein guter Tag wenn Menschen dagegen protestieren. Denn wer ein Nazi Zentrum für normal hält, hält es auch für normal wenn gegen Schwule, Ausländer oder 
Menschen mit einem alternativen Lebensmodell gehetzt wird.
Und deshalb hätte man nichts dagegen wenn morgen wieder eine nette Demonstration die Hauptstraße herunter kommen würde.
Wie gesagt, das ist der einzige Vorteil
, wenn man 400 Meter von einem Nazi Zentrum entfernt wohnt.

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Mittwoch, 17. November 2010

die Rückkehr der 3 Musketiere

William Burroughs, Jack Kerouac und Allen Ginsberg,

Schriftsteller, Freunde und Mitbegründer der Hipster und Beatnik Bewegung in den USA wurden beinahe gleichzeitig in  großen amerikanischen Filmen gewürdigt.

William Burroughs


William Burroughs wird in dem neuen Dokumentarfilm “A Man within”  als radikaler Avantgardist und Aktivist der Gegenkultur porträtiert, der schon in den 50 er Jahren, als in der Eisenhower Ära das Meinungsklima radikal umschlug, gegen Anpassertum und Verlogenheit rebellierte.
Die NY Times schreibt in ihrem Artikel: “Naked Lusts and Natural Painkillers: Portrait of a Literary Outlaw” der Film humanisiere Burroughs und vermeide dadurch den Eindruck eines Nihilisten und misanthropischen Künstlers, vielmehr gehe der Film auf die bedeutende Rolle welche die Homosexualität in Leben und Werk Burroughs spiele ein.
Die Bedeutung Burroughs für die Entwicklung der zeitgenössischen Kunst erkennt man an der langen Liste berühmter Freunde, die am Film mitwirkten.
John Waters, der Meister des schlechten Geschmacks ist ebenso mit dabei wie Laurie Anderson, Andy Warhol und Patti Smith.

Allen Ginsberg “Howl”


Der nach Ginsbergs Gedicht "Howl" benannte Film stellt die wichtigsten Stationen in Ginsbergs Leben nach. Dargestellt von James Franco zeigt der Film mit welcher Selbstverständlichkeit Ginsberg schon in den 50er und 60er Jahren mit seinen Liebhabern zusammen lebte und seine Homosexualität auch zu Beginn der 70er Jahre als er zunehmend berühmt wurde bei Interviews und öffentlichen Auftritten niemals in den Hintergrund drängte.
Auch der Kampf vor Gericht gegen Obszönitätsvorwürfe wegen der Veröffentlichung von “Howl” wird ausführlich geschildert, wobei James Franco wie immer eine äußerst gute Figur macht.
Die NY Times schreibt in dem Artikel “Leaping Off the Page, a Beatnik’s Poetic Rant”:  “Kein Biopic, nicht wirklich ein Dokumentarfilm und nur annähernd eine Adaption. Howl vollbringt was sich einfach anhört aber bei näherer Betrachtung sehr selten gelingt. Es nimmt ein vertrautes, gefeiertes literarisches Werk und lässt es wieder lebendig werden.”

Johnny Depp rezitiert Jack Kerouac  


Johnny Depp kann mehr als nur Pirat spielen. Vielleicht benötigt jede Generation ihren eigenen Hipster Meister, Johnny kommt ihm in diesem Clip jedenfalls recht nahe.
Kerouac ist der dritte im Bunde der drei Freunde. Und hier eine Kostprobe für die MTV Generation, bewegte Bilder und Johnny Depp.
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