SPD und Grüne gewinnen Landtagswahl in Baden-Württemberg. Welche Veränderungen für Schwule und Lesben sind jetzt möglich?

mappus wahlabend 27 03 2011
Der am kürzesten amtierende Ministerpräsident in der Geschichte Baden Württembergs, Herr Mappus, meinte vor versammelten Reportern: “Dies sei Demokratie, deshalb gelte es einen solchen Tag auszuhalten”
Vielleicht hat er jetzt verstanden, dass homophobe Sprüche sich nicht mehr lohnen. Wer Politik betreibt um die Hoheit über den Stammtischen zu gewinnen und sonst nichts, geht am Ende als Verlierer vom Feld.
Annette SchavanAuch Frau Ministerin Schavan, bekanntlich das rechte Ohr der Bundeskanzlerin und ohne vorzeigbare Sympathien für ihren Landsmann Mappus, redet das Wahlergebnis schön: “Es kann nur am Atomunfall in Japan gelegen haben, keinesfalls an der Politik der CDU in Baden-Württemberg.” Das glauben allerdings der netten Frau Schavan nicht einmal die treuesten CDU Wähler.

Wird sich nun – hoffentlich- bei einer Koalition aus SPD und Grünen in Baden-Württemberg etwas ändern?

1. nach einer Gesetzesänderung könnte das Schließen einer Partnerschaft in einer würdigen Umgebung stattfinden, wie bei heterosexuellen Paaren auch, auf dem Standesamt und zwar ohne eine höhere Gebühr dafür zu fordern. 

2. völlige Gleichstellung was Beamte und Angestellte des Landes Baden Württemberg betrifft, ist notwendig.
Vor allem bei Gehaltszuschlägen und beim Versorgungsrecht muss Gleichheit herrschen.
In diesem Punkt hinkt Baden-Württemberg bis heute aus ideologischen Gründen (CDU Politik) den anderen Bundesländern hinterher. 

3. es ist schön wenn Grüne und SPD am Christopher Street Day auf ihren Wagen durch die Stadt fahren.
Leider ist dies wie bei jedem Feiertag: schöne Reden und eine nette Party beruhigen das schlechte Gewissen, ersetzen aber nicht das öffentliche Eintreten für Schwule und Lesben das ganze Jahr über.
Das gilt natürlich nicht für Claudia Roth. Dickes Bussi, gell?


4 Ach ja und noch ein Vorschlag: auch in der Schule sollte Homosexualität als normaler Teil der Sexualaufklärung vorkommen. Wir erklären Kindern und Jugendlichen auch nicht, dass die Erde eine Scheibe ist. Jedenfalls nicht mehr nach diesem Wahlsieg.

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