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Posts mit dem Label "Ehe für alle" werden angezeigt.

Es war einmal ... . Die lange Geschichte der Diskriminierung Homosexueller in der evangelischen Kirche Württemberg

Diese Woche tagt also die Landessynode und diskutiert zwei Vorschläge in Bezug auf die  Segnung  gleichgeschlechtlicher Ehen. Vielleicht lohnt sich aus diesem Anlass ein Blick zurück, was evangelische Amtsträger im Lauf von fünfzehn Jahren zum Thema Homosexualität verlautbaren ließen. (1) Bis zum Jahr 2000 spricht die evangelische Kirche ausschließlich von "homophilen" Menschen. "Homosexuelle" Menschen kommen  im Weltbild der evangelischen Kirche bis zu diesem Zeitpunkt nicht vor. (2) Im Jahr 2000 bekämpft Landesbischof Maier das neu eingeführte Lebenspartnerschaftsgesetz mit dem Argument, das Grundgesetz stelle die heterosexuelle Ehe unter besonderen Schutz und verbiete eine Lebenspartnerschaft für Homosexuelle. (3) 2010 behauptet der Direktor des Bengelhauses Tübingen, dass Homosexualität auf eine frühkindliche Entwicklungsstörung zurückzuführen sei - was wissenschaftlich falsch ist. Niemand in der evangelischen Kirche korrigiert diese falsche Aussage. (4)  20...

Ehe für alle, aber bitte nicht in der schwäbischen Provinz

Diese Woche war es so weit, Schwule und Lesben stürmten die Standesämter um zu heiraten und nicht mehr mit einer Mini Version, gerne auch Lebenspartnerschaft genannt, abgespeist zu werden. So weit so gut. Die formale Gleichstellung von homosexuellen Bürgern mit ihren heterosexuellen Mitbürgern wurde also am 1.10.2017 erreicht. Und wie geht es nun  weiter? Zum Beispiel in meiner schwäbischen Heimatstadt Schorndorf? Bei der Abstimmung über die "Ehe für alle" stimmten 38 CDU Bundestagsabgeordnete aus Baden Württemberg dagegen und nur vier dafür. Der Abgeordnete meines Wahlkreises, Jochen Pfeiffer CDU, stimmte natürlich dagegen. Der Vorsitzende der CDU Fraktion im Schorndorfer Stadtrat, Hermann Beutel, Mitglied einer fundamentalistischen evangelikalen Splittergruppe sagte "nur die heterosexuelle Ehe ist reproduktionsfähig. Andere Lebensformen können das nicht." Als Beutel 2014 die Petition gegen den grün-roten Bildungsplan unterschrieb, tat er...

Birgit Kelles Auftritt bei einer CDU Veranstaltung in Schorndorf

Wenn man jemanden fragt, was Toiletten, Kinderspielplätze und die Bibel gemeinsam haben, würde jeder antworten "nichts". Folgt man der Verschwörungstheorie von Birgit Kelle so sind alle drei Opfer der bösen Gender Ideologie, die eine böse Vernichtungsstrategie fährt gegen Familien, Kinder und die deutsche Sprache. Es ist der alte "David gegen Goliath Trick", dem man hier begegnet und den Frau Kelle benutzt um das Publikum auf ihre Seite zu ziehen. Auf der einen Seite, so Kelle, stehen die kleinen einfachen Leute, die sich um ihre Familie sorgen, und auf der anderen Seite stehen mächtige Politiker und Genderideologen, die im Geheimen das sogenannte "Gender Mainstreaming" durchführen und alle Werte wie Familie, Ehe oder traditionelle Geschlechterrollen zerstören. Das Publikum in Schorndorf-Oberberken, einem betont konservativen Stadtteil von Schorndorf, saugte diese trübe Botschaft am Samstag gierig auf. Anschließend zeigte Frau Kelle an zahlrei...

Wie homophob kann die CDU heute noch sein?

Letzte Woche wurde das Ergebnis der Mitgliederbefragung der CDU Berlin zum Thema Homo-Ehe bekanntgegeben. 4.800 Parteimitglieder nahmen an der Abstimmung teil. 45 Prozent stimmten gegen die rechtliche Gleichstellung homosexueller Partnerschaften mit der klassischen Heteroehe, 35 Prozent waren dafür. 7 Prozent entschieden sich für die mildere Ablehnungsvariante  „Stimme eher nicht zu“. 7 Prozent entschieden sich für die mildere Zustimmungsvariante "Stimme eher zu". Dem Rest war die Frage mehr oder weniger egal. Der Stimmenstand in der Berliner CDU, die sich gerne als weltoffene Großstadtpartei selbst  anpreist, sieht also folgendermaßen aus:                                                52:42 gegen die Ehe für alle. Interessanterweise wurde 2 Wochen zuvor eine Umfrage des CDU nahen Allensbach Instituts  veröffentlicht, das die Ge...

Supreme Court in USA erlaubt #Ehe für alle

Nach Irland haben jetzt auch die USA das Ziel erreicht und die Ehe für Homosexuelle geöffnet. Der Weg dorthin war steinig und lang. Man denke nur an zahlreiche Versuche durch Volksabstimmungen auf Länderebene diese Öffnung zu verhindern. Die Begründung des Obersten Gerichtshofs liest sich dagegen wie eine Magna Charta der Anti-Diskriminierungspolitik. Stellenweise wirkt der Begründungstext des Urteils fast poetisch, selten wird man in einem Urteil so oft auf die Worte "Liebe" und "Ehe" treffen wie hier. Und hier ein paar Auszüge aus der Urteilsbegründung , an einem historischen Tag wie heute lohnt es sich damit näher zu beschäftigen. Choices about marriage shape an individual’s destiny. As the Supreme Judicial Court of Massachusetts has explained, because “it fulfils yearnings for security, safe haven, and connection that express our common humanity, civil marriage is an esteemed institution, and the decision whether and whom to marry is among life’s mom...

eine ehrliche Diskussion zum Thema Homosexualität fand auf dem Kirchentag nicht statt

Schwule Themen sind wie erwartet nur ein Randthema gewesen auf dem Kirchentag in Stuttgart. Die zentralen Veranstaltungen in der Stadtmitte wo Kameras und Prominente lauerten, waren frei von kontroversen Fragen und es ist zu vermuten das ganze war kein Zufall sondern Methode. Daran änderte auch nichts, dass es am Rande (auch geographisch) ein schwul lesbisches Zentrum in Stuttgart gab mit klugem Programm, dessen Ausstrahlung in den Kirchentag hinein jedoch verschwindend gering war. Auch eine zusätzliche Diskussion in der Fellbacher Halle (10 km außerhalb), die von 450 Teilnehmern besucht wurde, 50 zuwenig um einen offiziellen Beschluss fassen zu können, zeigte klar was an diesem Kirchentag nicht stimmte.  Der einzige Gegner schwuler Gleichberechtigung war eine Katholikin, die natürlich wenig zum Stand der Diskussion in der evangelischen Kirche sagen konnte. Aber wo sind all die homophoben Pietisten hin, wo haben sie sich versteckt, und zwar so gut, dass man Katholiken auf ...

Wie lange noch bis es auch Frau Merkel kapiert? Ehe für alle, was sonst?

Und plötzlich ist man wieder stolz darauf ein Schwabe zu sein.