Wer im pietistischen Bibelgürtel um Stuttgart lebt, weiß wie homophob es hier in der Gegend zugeht.
Dass es keine Zwei Drittel Mehrheit für die öffentliche Segnung homosexueller Paare gibt, ist für mich keine Überraschung.
Obwohl es sich hier nur um eine symbolische Handlung handelt, es wird ja keine Heirat zwischen gleichgeschlechtlichen Partner geschlossen, scheinen die Nein-Sager verhindern zu wollen, dass homosexuellen Paaren in einem öffentlichen Gottesdienst von einem Pfarrer und einer Gemeinde Achtung, Würde und die besten Wünsche für die gemeinsame Zukunft entgegengebracht werden.
Diese Abwertung ist unakzeptabel aber symptomatisch für die Zustände hier in Württemberg.
das schwule blog aus Weiler/Rems über schwules Leben in der Provinz und den Kampf gegen Diskriminierung
Es war einmal ... . Die lange Geschichte der Diskriminierung Homosexueller in der evangelischen Kirche Württemberg
Diese Woche tagt also die Landessynode und diskutiert zwei Vorschläge in Bezug auf die Segnung gleichgeschlechtlicher Ehen.
Vielleicht lohnt sich aus diesem Anlass ein Blick zurück, was evangelische Amtsträger im Lauf von fünfzehn Jahren zum Thema Homosexualität verlautbaren ließen.
(1) Bis zum Jahr 2000 spricht die evangelische Kirche ausschließlich von "homophilen" Menschen.
"Homosexuelle" Menschen kommen im Weltbild der evangelischen Kirche bis zu diesem Zeitpunkt nicht vor.
(2) Im Jahr 2000 bekämpft Landesbischof Maier das neu eingeführte Lebenspartnerschaftsgesetz mit dem Argument, das Grundgesetz stelle die heterosexuelle Ehe unter besonderen Schutz und verbiete eine Lebenspartnerschaft für Homosexuelle.
(3) 2010 behauptet der Direktor des Bengelhauses Tübingen, dass Homosexualität auf eine frühkindliche Entwicklungsstörung zurückzuführen sei - was wissenschaftlich falsch ist. Niemand in der evangelischen Kirche korrigiert diese falsche Aussage.
(4) 2013 erstellt die EKD eine Grundsatzerklärung zum Thema Homosexualität, die mit der Homophobie der Vergangenheit grundsätzlich bricht.
Diese Denkschrift wird in den meisten Landeskirchen positiv aufgenommen, nicht jedoch in Württemberg.
Der Dekan meiner Heimatstadt, Volker Teich, sagt: "Die Orientierungshilfe hat bei vielen zur Desorientierung und zu einem bedauerlichen Vertrauensverlust geführt. ... Die theologische Begründung versucht sich dem gesellschaftlichen Trend anzupassen. In der Bibel komme jedoch nur der Ehe von Mann und Frau Gottes Segen zu."
(5) Am 25.06.2015 segnet Dekan Liebendörfer aus Böblingen den Liebesbund eines lesbischen Paares und wird dafür allgemein getadelt.
Landesbischof July kritisiert sein Verhalten als "nicht akzeptabel".
Und wie geht es weiter? Im Jahr 2017?
Vielleicht lohnt sich aus diesem Anlass ein Blick zurück, was evangelische Amtsträger im Lauf von fünfzehn Jahren zum Thema Homosexualität verlautbaren ließen.
(1) Bis zum Jahr 2000 spricht die evangelische Kirche ausschließlich von "homophilen" Menschen.
"Homosexuelle" Menschen kommen im Weltbild der evangelischen Kirche bis zu diesem Zeitpunkt nicht vor.
(2) Im Jahr 2000 bekämpft Landesbischof Maier das neu eingeführte Lebenspartnerschaftsgesetz mit dem Argument, das Grundgesetz stelle die heterosexuelle Ehe unter besonderen Schutz und verbiete eine Lebenspartnerschaft für Homosexuelle.
(3) 2010 behauptet der Direktor des Bengelhauses Tübingen, dass Homosexualität auf eine frühkindliche Entwicklungsstörung zurückzuführen sei - was wissenschaftlich falsch ist. Niemand in der evangelischen Kirche korrigiert diese falsche Aussage.
(4) 2013 erstellt die EKD eine Grundsatzerklärung zum Thema Homosexualität, die mit der Homophobie der Vergangenheit grundsätzlich bricht.
Diese Denkschrift wird in den meisten Landeskirchen positiv aufgenommen, nicht jedoch in Württemberg.
Der Dekan meiner Heimatstadt, Volker Teich, sagt: "Die Orientierungshilfe hat bei vielen zur Desorientierung und zu einem bedauerlichen Vertrauensverlust geführt. ... Die theologische Begründung versucht sich dem gesellschaftlichen Trend anzupassen. In der Bibel komme jedoch nur der Ehe von Mann und Frau Gottes Segen zu."
(5) Am 25.06.2015 segnet Dekan Liebendörfer aus Böblingen den Liebesbund eines lesbischen Paares und wird dafür allgemein getadelt.
Landesbischof July kritisiert sein Verhalten als "nicht akzeptabel".
Und wie geht es weiter? Im Jahr 2017?
#Dekan #Baur, #Schorndorf, die #evangelische #Kirche und die #Nazi Zeit
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| Landesbischof Ludwig Müller (der spätere Reichsbischof) beim Heilruf mit dem faschistischen Gruß auf Adolf Hitler 1933 Von Bundesarchiv, Bild 183-H25547 / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0 de |
Nachdem die Informationen über die zwei Aussenstellen des Nazi Konzentrationslager Systems in Welzheim und Rudersberg die Runde gemacht haben, beide Orte gehörten zum Kirchenbezirk Schorndorf, ist die Bestürzung groß.
Man hätte sich ein klärendes Wort von der evangelischen Kirche zu ihrem Versagen in der Nazi Zeit gewünscht, ganz besonders wenn man selbst homosexuell ist und sich fragt ob in diesen Lagern auch Homosexuelle zu Tode gekommen sind.
Wessen Brot ich ess, dessen Lied ich sing
Dass die Schenkung einer Deutschen (Nazi) Christen Familie aus Schorndorf an die evangelische Kirche und die völlige Unfähigkeit der evangelischen Kirche damit korrekt und anständig umzugehen, damit etwas zu tun hat wird wahrscheinlich bestritten.
Jedoch hat damals in den 90er Jahren niemand gefragt ob der Reichtum dieser Familie aus der Arisierung von Vermögen kommt, also dem Raub jüdischen Vermögens während der Nazi Zeit.
Fragen hätte genügt, es einmal offen auszusprechen auch, vielleicht hätten dann die gierigen Hände der Verantwortlichen in Schorndorf nicht so schnell zugegriffen?
Gruppenspezifische Menschenfeindlichkeit gegen Juden kennen wir seit Martin Luthers Schriften, aber wie sieht es mit Hass gegen Homosexuelle aus?
Dekan Scheffbuchs Schwulenhass habe ich persönlich miterlebt, Dekan Volker Teichs Verhalten war nicht besser.
Da drängt sich die Frage auf warum kann die evangelische Kirche nicht mit Judenhass und Schwulenhass in den eigenen Reihen korrekt umgehen?
Vielleicht weil man sich an großzügige Schenkungen von Deutschen Christen gewöhnt hat?
Sind Schwulenhass und Judenhass geistesverwandt?
Tatsache ist, dass man für beides Zitate in der Bibel findet, wenn man diese nur sinnentstellt und ohne Kontext verwendet so wie Pietisten und Evangelikale dies gerne tun.
Seit Dekan Volker Teich und Dekan Scheffbuch ihr gemeinsames Schwulenhassermanifest unter die Leute gebracht haben, warten Homosexuelle vergeblich auf eine Entschuldigung.
Auch das ist eine Parallele zu dem was in den KZ Aussenstellen Rudersberg und Welzheim geschah. Am Ende übernimmt niemand Verantwortung.
Wenn der Postmann überhaupt nicht klingelt
Treue Leser wissen, dass ich gelegentlich berichte welche Päckchen, Pakete und Briefe mir in letzter Zeit gestohlen wurden.
Zumeist sind es DVDs und Bücher, deren Wert so gering ist, dass ich mich frage wer sich wegen ein paar Euro strafbar macht...Das ganze erinnert mich an jene Pietisten und Evangelikale, mit denen ich früher zu tun hatte, und deren Augen immer dann zu leuchten begannen wenn jemand etwas Schmutziges über Schwule erzählte. Vielleicht kommt der Übeltäter der meine Post klaut aus dieser Richtung. Vermuten darf man doch oder nicht?
Schauen wir uns also das Corpus Delicti an, eine DVD mit einem Film aus dem Jahr 1975.
Faustrecht der Freiheit
Hier spielt Rainer Werner Fassbinder einen jungen Mann, der einmal im Leben Glück hat und eine halbe Million im Lotto gewinnt. Jetzt glaubt er, dass ihm alles gelingt, das Leben, die Liebe, einfach alles. Statt dessen wird er ausgenutzt, finanziell und menschlich. Liebe und Geld vertragen sich nicht, das alte Thema, und die ökonomischen Verhältnisse werden immer dann ernst und schwierig wenn man es am wenigsten erwartet.Ein Durchschnittsmensch also ist der Held dieses Films. Er wird bestraft, scheitert und stirbt. Ein Melodram und Fassbinder erkennt sich in diesem Held wieder.
Es könnte aber auch ganz anders sein. Vom Ausgebeuteten zum Ausbeuter ist es nur ein kleiner Schritt und irgendjemand wird diesen Schritt gehen, später einmal.
Aber das ist ein anderer Film.
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