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#Dekan #Baur, #Schorndorf, die #evangelische #Kirche und die #Nazi Zeit


Landesbischof Ludwig Müller (der spätere Reichsbischof) beim Heilruf mit dem faschistischen Gruß auf Adolf Hitler 1933 Von Bundesarchiv, Bild 183-H25547 / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0 de


Nachdem die Informationen über die zwei Aussenstellen des Nazi Konzentrationslager Systems in Welzheim und Rudersberg die Runde gemacht haben, beide Orte gehörten zum Kirchenbezirk Schorndorf, ist die Bestürzung groß.
Man hätte sich ein klärendes Wort von der evangelischen Kirche zu ihrem Versagen in der Nazi Zeit gewünscht, ganz besonders wenn man selbst homosexuell ist und sich fragt ob in diesen Lagern auch Homosexuelle zu Tode gekommen sind.


Wessen Brot ich ess, dessen Lied ich sing


Dass die Schenkung einer Deutschen (Nazi) Christen Familie aus Schorndorf an die evangelische Kirche und die völlige Unfähigkeit der evangelischen Kirche damit korrekt und anständig umzugehen, damit etwas zu tun hat wird wahrscheinlich bestritten.
Jedoch hat damals in den 90er Jahren niemand gefragt ob der Reichtum dieser Familie aus der Arisierung von Vermögen kommt, also dem Raub jüdischen Vermögens während der Nazi Zeit.
Fragen hätte genügt, es einmal offen auszusprechen auch, vielleicht hätten dann die gierigen Hände der Verantwortlichen in Schorndorf nicht so schnell zugegriffen?
Gruppenspezifische Menschenfeindlichkeit gegen Juden kennen wir seit Martin Luthers Schriften, aber wie sieht es mit Hass gegen Homosexuelle aus?
Dekan Scheffbuchs Schwulenhass habe ich persönlich miterlebt, Dekan Volker Teichs Verhalten war nicht besser.
Da drängt sich die Frage auf warum kann die evangelische Kirche nicht mit Judenhass und Schwulenhass in den eigenen Reihen korrekt umgehen?
Vielleicht weil man sich an großzügige Schenkungen von Deutschen Christen gewöhnt hat?

Sind Schwulenhass und Judenhass geistesverwandt?


Tatsache ist, dass man für beides Zitate in der Bibel findet, wenn man diese nur sinnentstellt und ohne Kontext verwendet so wie Pietisten und Evangelikale dies gerne tun.
Seit Dekan Volker Teich und Dekan Scheffbuch ihr gemeinsames Schwulenhassermanifest unter die Leute gebracht haben, warten Homosexuelle vergeblich auf eine Entschuldigung.
Auch das ist eine Parallele zu dem was in den KZ Aussenstellen Rudersberg und Welzheim geschah. Am Ende übernimmt niemand Verantwortung.

500 Jahre Reformation. Was nun?

Was vor 500 Jahren geschehen ist, war sicherlich bemerkenswert. Was aber in den 500 Jahren danach geschah, ist unendlich bedeutender als alles was Luther jemals gedacht, geschrieben oder gesagt hat.
Martin Luther hat uns nicht den Weg vom Absolutismus zur Demokratie gewiesen, er hat uns nicht den Weg vom Aberglauben zur Wissenschaft gezeigt und keinesfalls die Entwicklung hin zur Ökumene, die das Trennende zwischen den Kirchen überwindet, angestoßen.
Wir wissen heute, dass der Kosmos nicht still steht, Evolution kein abgeschlossener Prozess ist und wir wissen, dass jeder von uns in einer kapitalistischen Leistungsgesellschaft lebt, die mit christlichen Werten absolut nichts gemeinsam hat.

Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit und die evangelische Kirche

Meine Heimatstadt Schorndorf war in Zeiten der NS Diktatur ein Ort an dem es zahlreiche Mitglieder der Deutsche Christen, also der Nazi Fraktion innerhalb der evangelischen Kirche, gab. Hier wie an allen anderen Orten Deutschlands legten Pfarrer, die Mitglieder der Deutschen Christen waren, Hitlers "Mein Kampf" zur Bibel hin auf den Altar ihrer Kirche.
Das besondere am evangelischen Kirchenbezirk Schorndorf sind jedoch die zwei Aussenstellen des Nazi-Konzentrationslagersystems, Rudersberg und Welzheim, wo politische Gegner der Nationalsozialisten gefangen gehalten, gequält und erschossen wurden.

KZ Durchgangslager Welzheim

Bestürzend ist, dass noch kein evangelischer Dekan von Schorndorf es bis zum heutigen Tag vermocht hat durch eine Busspredigt oder eine namentliche Erwähnung der Opfer oder eine  Bitte um Vergebung, die Opfer auf richtige Art und Weise zu würdigen.
Niemand behauptet, dass der Dekan der evangelischen Kirche direkt verantwortlich war für das was in Rudersberg und Welzheim geschah. Klar ist aber auch, dass die Mehrheit der Wachmannschaften, der politischen Polizei (Gestapo) und aller anderen Beteiligten evangelischen Glaubens waren.
Noch einmal zur Erinnerung: Wieviele Schritte sind es von der evangelischen Kirche in Welzheim zum sogenannten Schutzhaftlager gewesen, dreihundert Schritte? vierhundert Schritte? Vielleicht sogar fünfhundert?
Konnte man an Sonntagen die Schreie der Gefangenen in der Kirche hören oder spielte in einem solchen Fall die Orgel ein kurzes "Gott wir loben dich"?
Vielleicht wurde dem SS Mitglied und Lagerkommandanten auch diskret vermittelt, er möge an Sonntagen zwischen zehn und zwölf Uhr niemanden quälen oder erschiessen, aus Rücksicht auf den evangelischen Gottesdienst in der Nähe?

Hetze gegen Homosexuelle nach 1945

Dieselben Dekane, die nie am Ort des Geschehens ein kluges Wort zu den Nazi-Lagern sagten, waren immer gerne bereit abwertend über Homosexuelle zu reden, ganz besonders gilt dies für Dekan Rolf Scheffbuch und Dekan Volker Teich.
Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit wird also heute noch, 500 Jahre nach Luther, von evangelischen Geistlichen gepredigt.
Half Luthers Judenfeindlichkeit den Nazis bei ihrem schrecklichen Tun, so sind es heute  Homosexuelle, Transsexuelle und andere Menschen, die nicht ein Leben "entsprechend dem biblischen Menschenbild" führen, die offen diskriminiert werden.
Die Konsequenzen sind heutzutage  nicht mehr tödlich, die Bereitschaft von evangelischen Christen andere Menschen zu verurteilen, bleibt dieselbe.
Der dunkle Schatten, der über Martin Luthers Reformation liegt, hat sich noch immer nicht verzogen.
500 Jahre reichen dafür nicht aus.

Demonstration gegen rechtsradikale Gewalt in Winterbach

Demonstration gegen Rechtsradikale Winterbach Weiler Rems 17 04 2011
Am letzten Wochenende hat sich in Winterbach ein tragischer Fall von rechtsradikaler Gewalt zugetragen. Nachdem mehrere Jugendliche bei einer abendlichen Feier auf ihrem Freizeitgrundstück von unbekannten Angreifern attackiert wurden,  flüchteten die Jugendlichen zum Schutz in ihre Holzhütte. Während diese glaubten dort Zuflucht zu finden,  gelang es den rechtsradikalen Angreifern die Holzhütte mit Benzin anzuzünden.

Gegen diesen erschreckenden Anschlag bezogen nun Bürger Winterbachs am Sonntag Stellung und machten sich in einem großen Demonstrationszug auf den Weg von Winterbach nach Weiler Rems, um dort vor der Linde, dem Treffpunkt rechtsradikaler Extremisten ein deutliches Zeichen gegen Fremdenfeindlichkeit abzugeben.

Die Polizei sprach von ca. 1300 Teilnehmern und einem friedlichen Verlauf.  Zuvor wurde bekannt, dass die Namen der 24 Tatverdächtigen zwar bekannt sind,  8 von ihnen kommen aus dem Rems-Murr-Kreis, die Polizei aber eine Woche später noch immer keinen konkreten Schuldigen benennen kann.

Bei neun Hausdurchsuchungen im Zusammenhang mit der Tat wurde in Balingen und im Raum Stuttgart ein umfangreiches Waffenarsenal entdeckt, berichtete die Schorndorfer Nachrichten.
Die Stuttgarter Zeitung sprach von Hausdurchsuchungen in der Stadt Rudersberg, im Kreis Esslingen und im Kreis Ludwigsburg, bei denen auch Waffen gefunden wurden.

Geplant sind Mahnwachen in Schorndorf und ein Treffen in der Manufaktur am Dienstag 19. April zum Thema “Kein Nazi Zentrum in Weiler, noch sonstwo” und eine Gegendemonstration zum geplanten Naziaufmarsch in Heilbronn am 1.Mai. 
swr logo
Ausführlich berichtet auch der SWR, abzurufen in der Mediathek

Weiler Rems: Demonstration gegen rechts

Es ist kein Privileg und bringt auch nichts Erfreuliches mit sich - aber einen Vorteil hat es, wenn man 400 Meter neben einem Nazi Zentrum wie der Linde in Weiler Rems wohnt.

Man kann einfach nicht übersehen wenn eine Demonstration die Hauptstraße herunterkommt und die protestierenden Menschen laut und deutlich rufen:

“KEIN PLATZ FÜR FASCHISTEN. WEDER IN WEILER NOCH ANDERSWO.”

So geschehen am Samstag den 27.November 2010 nachmittags zwischen drei und vier Uhr.
Und dann freut man sich irgendwie. Denn die meisten Nachbarn beteiligen sich dabei nicht! Niemals! Die meisten Nachbarn beklagen sich nicht einmal, dass es hier ein Nazizentrum gibt. 
Als wenn das Problem durch beschweigen verschwinden würde!
schorndorfer nachrichten
Dazu berichten die Schorndorfer Nachrichten in ihrer Ausgabe vom 29.11.2010:
“Ende 2006 ist die Gaststätte Linde … in den Blickpunkt der Öffentlichkeit gerückt, …
Bei einer Durchsuchung fand die Polizei außer rechtem Propaganda Material auch Waffen. Es stellte sich heraus: In der Linde hatten vermutlich im Keller Schießübungen stattgefunden: Die Rechten ballerten auf Partyfässchen. Gäste waren auch auffällig geworden, als sie ausländerfeindliche Parolen skandierten. So trafen sich Skinheads und Neonazis im Sommer 2008 dort zu einem Treff, den die Polizei auflöste.
Obwohl … die Konzession für die Gaststätte entzogen wurde, treffen sich in dem Lokal weiterhin Rechtsextremisten auf privater Basis.”

Und deshalb ist es ein guter Tag wenn Menschen dagegen protestieren. Denn wer ein Nazi Zentrum für normal hält, hält es auch für normal wenn gegen Schwule, Ausländer oder 
Menschen mit einem alternativen Lebensmodell gehetzt wird.
Und deshalb hätte man nichts dagegen wenn morgen wieder eine nette Demonstration die Hauptstraße herunter kommen würde.
Wie gesagt, das ist der einzige Vorteil
, wenn man 400 Meter von einem Nazi Zentrum entfernt wohnt.

Stalking Teil 1

tatsächlich laufen mir ein paar Spießer, Kampf-Spießer und Zwerg-Spießer aus der Umgebung hinterher um die Menschen zu warnen, was für ein gefährlicher Schwuler ich sei.


und während ich hier schreibe, läuft im Radio: Die Ärzte "lasse reden".

natürlich sieht man sich dann auf den Internet Seiten um, die Nazi Umtriebe und homophobe Attacken dokumentieren.

und ganz schnell wird man fündig.

all die Spießer, die mir hinterherlaufen, sind schon da! einträchtig beieinander: die Freak Show der im Leben zu kurz gekommenen

da ist der Parkbank Spießer aus Schorndorf zu sehen, der Bahnhof Spießer aus Ulm, die neuapostolische Klemmschwester aus Ulm, der möchtegern Nazi aus Stuttgart und immer wieder Spießer-Nazis aus Esslingen, Göppingen und Weiler Rems.

was sagt man dazu?


Weiler Rems - wie es weitergeht mit den Nazis

Natürlich steht die Linde noch im Mittelpunkt des Interesses, in der Zwischenzeit hat sich jedoch einiges zum positiven gewendet.

Die städtische Verwaltung entzog dem Besitzer die Genehmigung die Linde als Gasthof zu betreiben und jeden Monat findet noch immer eine Mahnwache des Vereins "Weiler schaut hin" statt.


Natürlich hindert das nicht überzeugte Nazis sich noch immer dort zu treffen.

Die neuesten Entwicklungen, dokumentiert:

Weiler schaut hin




Arnold Schwarzenegger, Vergangenheit und Zukunft

 Lieber Arnold, Arnold Schwarzenegger                                                                               nett siehst Du aus mit D...