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§175



Die Initiative von Justizminister Heiko Maas nach §175 verurteilte Homosexuelle zu entschädigen, wurde allgemein mit großer Zustimmung aufgenommen. 
Auch die pauschale Entschädigung der fünfzigtausend betroffenen Männer mit geringen Beträgen wurde akzeptiert auch wenn dies in vielen Fällen, im Vergleich zum erlittenen Unrecht, eine zu geringe Wiedergutmachung darstellt.
Das alles kann jedoch nur ein erster Schritt sein wenn es um die Bewältigung staatlicher Verfolgung Homosexueller geht.
Der Bundestag sollte hier eine Behörde schaffen ähnlich der Stasi-Unterlagenbehörde um alle Akten von wegen §175 Verurteilten zentral zu archivieren, so dass Familienangehörige deren Großvater, Vater oder Onkel verfolgt wurden, leichter Akteneinsicht beantragen können.
Auch die wissenschaftliche Aufarbeitung aller Fälle müsste  konsequent vorangetrieben werden.
Ich würde gerne wissen ob es Unterschiede gibt bei der Verfolgung Homosexueller nach §175 zwischen einzelnen Bundesländern, einzelnen Polizeidirektionen, Staatsanwaltschaften und Gerichten.
Auch die Unterschiede zwischen katholisch und protestantisch geprägten Bundesländern, zwischen Nord und Süddeutschland, zwischen einzelnen Großstädten und zwischen Großstädten und ländlichen Regionen, all das müsste zügig offen gelegt werden.
Als letztes sollten Justiz und Polizei sich klar zu ihrer Mitverantwortung bei der Verfolgung unschuldiger Menschen bekennen. 
Nur wenn die Konsequenzen dieser rechtlichen Katastrophe Namens §175 komplett aufgearbeitet werden, wird man den vielen unbekannt gebliebenen Homosexuellen, die Opfer staatlicher Verfolgung wurden, späte Gerechtigkeit widerfahren lassen.
Schließlich ist dies das Ziel von Entschädigung und Rehabilitierung der §175 Opfer - Gerechtigkeit für alle.

Birgit Kelles Auftritt bei einer CDU Veranstaltung in Schorndorf

Wenn man jemanden fragt, was Toiletten, Kinderspielplätze und die Bibel gemeinsam haben, würde jeder antworten "nichts".
Folgt man der Verschwörungstheorie von Birgit Kelle so sind alle drei Opfer der bösen Gender Ideologie, die eine böse Vernichtungsstrategie fährt gegen Familien, Kinder und die deutsche Sprache.
Es ist der alte "David gegen Goliath Trick", dem man hier begegnet und den Frau Kelle benutzt um das Publikum auf ihre Seite zu ziehen. Auf der einen Seite, so Kelle, stehen die kleinen einfachen Leute, die sich um ihre Familie sorgen, und auf der anderen Seite stehen mächtige Politiker und Genderideologen, die im Geheimen das sogenannte "Gender Mainstreaming" durchführen und alle Werte wie Familie, Ehe oder traditionelle Geschlechterrollen zerstören. Das Publikum in Schorndorf-Oberberken, einem betont konservativen Stadtteil von Schorndorf, saugte diese trübe Botschaft am Samstag gierig auf.


Anschließend zeigte Frau Kelle an zahlreichen Wort-Beispielen auf wie Genderideologen die deutsche Sprache verhunzen, die Bibel umschreiben und gotteslästerliche Fragen stellen wie zum Beispiel: Warum ist Gott ein Mann und keine Frau?
Das alles lächerlich zu machen, was Wissenschaftler über Geschlechterunterschiede beim Menschen herausgefunden haben, ist der zweite rhetorische Trick, den Kelle benutzt.
Erst wenn sie ihren Gegner so richtig lächerlich gemacht hat, kann sie ihn später verunglimpfen, beschimpfen und sich moralisch über ihn stellen.
Die Lokalzeitung Schorndorfer Nachrichten berichtet in einem Artikel vom 19.10.2015 welche Entgleisungen Birgit Kelle sich sonst noch geleistet hat.
Zitat: "Es ist die Rückkehr der Pädophilen, die wir gerade erleben."
und dann das Plädoyer "für die normalen Familien, die das Land am Laufen halten. Denn achtzig Prozent der Kinder leben bei ihren leiblichen Eltern."  
Bewusst beleidigt Kelle Bürger, die nicht zu den achtzig Prozent gehören, und am Ende kommt dann der zentrale Satz: "Ehe für alle und Adoptionsrecht für Homosexuelle, das halte ich für falsch". 

Birgit Kelle CDU Schorndorf
Der Beifall des Publikums in Schorndorf war Kelle dafür sicher.
Aber nicht überall läuft es so gut für Birgit Kelle wie in Schorndorf.
Dass ihr Buch mit dem so klugen und sachlichen Titel GenderGaga vor vier Wochen auf der Hitlist von Mediacontrol im Bereich sozialer Medien auf Platz 1 stand, erfährt man auf Frau Kelles Facebook Seite. Schaut man jetzt auf mediacontrol nach, ist Frau Kelles Buch aus den Top 10 herausgefallen und auf den hinteren Rängen verschwunden. 

Das bedeutet, dass Frau Kelle in Zukunft noch viele Talk Show Auftritte absolvieren muss und auf vielen CDU Veranstaltungen sich verausgaben wird.
Vielleicht verkauft sich dann ihr Buch wieder besser. Gelegenheit für weitere Auftritte gibt es reichlich, schließlich ist in einem halben Jahr Landtagswahl in Baden Württemberg und die CDU sucht händeringend nach Rednern, die ihr die Wähler an die Wahlurne treiben. Wohl bekomm's.

Wie homophob kann die CDU heute noch sein?

Letzte Woche wurde das Ergebnis der Mitgliederbefragung der CDU Berlin zum Thema Homo-Ehe bekanntgegeben. 4.800 Parteimitglieder nahmen an der Abstimmung teil.

45 Prozent stimmten gegen die rechtliche Gleichstellung homosexueller Partnerschaften mit der klassischen Heteroehe, 35 Prozent waren dafür.
7 Prozent entschieden sich für die mildere Ablehnungsvariante  „Stimme eher nicht zu“.
7 Prozent entschieden sich für die mildere Zustimmungsvariante "Stimme eher zu".
Dem Rest war die Frage mehr oder weniger egal.
Der Stimmenstand in der Berliner CDU, die sich gerne als weltoffene Großstadtpartei selbst 
anpreist, sieht also folgendermaßen aus:

                                               52:42 gegen die Ehe für alle.

Interessanterweise wurde 2 Wochen zuvor eine Umfrage des CDU nahen Allensbach Instituts 
veröffentlicht, das die Gesamtbevölkerung zu demselben Thema befragt hatte.
Hier die Ergebnisse /Quelle FAZ 16.07.2015
Zustimmung zur These "Gleichgeschlechtliche Paare sollten rechtlich vollständig gleichgestellt sein":
Jahr 2000: 24% Ja  36% Nein
Jahr 2007: 26% Ja  39% Nein
Jahr 2012: 43% Ja  34% Nein
Jahr 2015: 49% Ja  32% Nein 
Also irgendwann im Jahr 2011 muss es wohl geschehen sein, dass die Befürworter der Ehe für alle die Mehrheit in der deutschen Gesamtbevölkerung errungen haben. Somit lautete das Ergebnis:

                                             49:32 für die Ehe für alle.

Dass nicht einmal die CDU Mitglieder in Berlin ein anständiges Ergebnis für Gleichberechtigung und Akzeptanz Homosexueller erzielen konnten, stimmt einen schwulen Schwaben besonders nachdenklich, denn man fragt sich sofort welches Ergebnis hätte eine solche Umfrage in der schwäbischen Provinz erzielt wo ein viel traditionelleres Weltbild vorherrscht und ein persönlicher hemdsärmliger Wahlkampf geführt wird.

Angela Merkel Fundamentalistentreffen Schönblick
Angela Merkel Fundamentalistentreffen Schönblick 2013 Ba-Wü

Wer hier glaubt "Mutti wirds schon richten" in der CDU, dem könnte eines Tages ein böses Erwachen drohen. Die alte Mappus CDU ist noch nicht Geschichte und es gibt viele andere die auf dieselbe aggressive, bornierte Art hoffen an die Macht zu kommen und sei es auf Kosten einer kleinen schwachen Minderheit.



kompromittierende Bilder eines Homosexuellen

Seltsam wie homophobe Schwulenhasser sich für das vermeintlich verwerfliche Sexualleben von Homosexuellen interessieren. Wer einmal das Aufleuchten in den Augen eines Schwulenhassers gesehen hat, der von den bösen Dingen erzählt, die Schwule in ihrem Schlafzimmer machen, der weiß  was hier gemeint ist.

gay kinkMan fragt sich nun woher kommt dieses Interesse für schwule Sexualität besonders bei Menschen, die ihre Vorurteile gegenüber Homosexuellen so sorgsam pflegen?

Tatsache ist:  was Erwachsene in ihren Schlafzimmern machen, ist juristisch  legal und verstößt gegen kein Gesetz.
Und das gilt sowohl für heterosexuelle wie auch homosexuelle Paare.
Und es gilt auch für jede Zahl von Beteiligten und jede Kombination von Geschlechtern. 
Es ist unwichtig ob zwei Männer miteinander ins Bett gehen oder zwei Frauen oder zwei Männer und zwei Frauen. Nichts was Erwachsene in ihrem Schlafzimmer machen, ist von öffentlichem Belang.

Es gibt kein Recht bei homosexuellen Menschen mit FERNGLAS und TELEOBJEKTIV unter dem Fenster zu stehen und sich als SPANNER zu betätigen.

Kurzer historischer Exkurs

Es war im Jahr 1902 als sich der erste Homosexuellen Skandal in Deutschland ereignete.
Die Affäre handelte von dem Industriellen Friedrich Alfred Krupp, von dem es angeblich Fotografien gab, die ihn bei homosexuellen Aktivitäten auf Capri zeigten. Ob dies ein Erpressungsversuch eines Journalisten war, ist heute nicht mehr zu klären. Als eine deutsche Zeitung am 15. November 1902 über den Vorfall berichtete, bezichtigte man Krupp der Homosexualität.
Krupp beging am 22. November Selbstmord.
Da Krupp im Reichstag als Abgeordneter der Fraktion der Freikonservativen angehörte, ist wohl eine gewisse parteipolitische Motivation bei der  Berichterstattung nicht von der Hand zu weisen.

Vier Jahre später erschütterte dann die zweite Homosexuellen Affäre das deutsche Kaiserreich, die sogenannte Harden-Eulenburg-Affäre.
In ihr wurden zahlreiche Berater und Minister von Kaiser Wilhelm II der Homosexualität bezichtigt und es kam im Verlauf der Affäre zu zahlreichen Verleumdungsprozessen.
Interessant war, dass es Aussagen von Zeugen gab welche den “Beschuldigten” durch das Schlüsselloch einer Türe bei homosexuellen Handlungen beobachtet hatten.

Am Ende blieb von den Vorwürfen nicht viel übrig. Tatsache war, dass Journalisten durch den Vorwurf der “Homosexualität” Berater und Minister in der Öffentlichkeit als zu “weich” und “nicht durchsetzungsfähig” zu diskreditieren vermochten.

Die Schlüssellochperspektive

All diesen Affären ist eines gemeinsam, die “Schlüssellochperspektive”. Interessant ist auch, dass die durch Schlüssellöcher spähenden Zeugen,  ihre Handlungen mit vermeintlich “höheren” Motiven rechtfertigten.

Mein Fazit: Delegitimierung und Erpressung durch kompromittierende Bilder kann nur in einer Homosexuellen feindlichen Gesellschaft funktionieren.
In einer aufgeklärten und fortschrittlichen Gesellschaft würde jeder solche Handlungen für unakzeptabel halten.

das homophobe Manifest von Dekan Volker Teich, Schorndorf

 

Volker Teich

Dekan Teich ist ein Wiederholungstäter wenn es um Hetze gegen Schwule geht, selten zuvor hat ein führendes Mitglied der evangelischen Kirche in Württemberg so deutlich gegen Schwule gehetzt wie Volker Teich in einer Erklärung aus dem Jahr 2000,  die sowohl von ihm als auch von seinem Vorgänger im Amt, Dekan Scheffbuch, unterschrieben wurde.

Hier die Argumentationsschritte:

1:  Man bezeichnet Homosexualität als “Lebensstil”, selbstverständlich als negativen Lebensstil.

2:  Dann verwendet man Gutachten, die von Leuten geschrieben werden, die  wie man selbst Verbindungen zu rechtskonservativen Kreisen unterhalten.

3: Man versucht zu beweisen, dass Homosexualität zu erhöhten gesundheitlichen Risiken führt.

4:  Und damit versucht man Menschen zu überreden sich einer “Veränderung” durch psychotherapeutische Begleitung zu unterziehen, was nichts anderes heißt als “Umpolung” oder Gehirnwäsche. In diesem Zusammenhang wird dann die Skandalorganisation “Wüstenstrom” genannt. 
Jeder weiß wie schädlich  “Umpolungstherapien” sind, dass sie Menschen in den Selbstmord treiben können.

5:  Am Ende redet man über die natürliche Ordnung der Welt und dass Mann und Frau zusammengehören, schließlich wird das Ganze noch mit einigen abgedroschenen Bibelzitaten garniert.

Unter diesem Unsinn steht dann die Unterschrift von Volker Teich und kein Kirchengemeinderat protestiert dagegen. Wer nun glaubt, dass Dekan Teich etwas dazugelernt hat in den 14 Jahren seit Veröffentlichung seines Schwulenhasser Manifests, der täuscht sich.

Als die EKD ihr Familienpapier 2013 vorlegte mit der Forderung auch homosexuelle Partnerschaften positiv zu bewerten, da war Dekan Teichs Kommentar:
“Man solle dieses Papier einstampfen.”

Bildungsplan, quo vadis?

Nachdem der Bildungsplan der grün-roten Landesregierung in Baden-Württemberg offiziell auf das Jahr 2016 verschoben wurde, kann man nun eine vorläufige Bilanz ziehen. Neben einigen Demonstrationen rechtskonservativer und christlich fundamentalistischer Gegner, sahen wir vor allem eine anhaltende öffentliche Debatte zum Thema Homosexualität.



Hier sind einige Meinungsbeiträge, die stellvertretend für viele weitere stehen. Zuerst sehen wir Herrn Detlef Holzwarth, Vorsitzender der örtlichen CDU in Urbach, circa 5 km entfernt von meinem Wohnort. Herr Detlev Holzwarth ist noch nie mit irgendwelchen klugen politischen Vorschlägen aufgefallen, mit seinen Thesen über Homosexualität hat er es jedoch bis in die ARD geschafft.



Interessant was Herr Holzwarth für “normal” hält, interessant auch wie leicht er Menschen ausschließt, die er für “nicht normal” hält, es keimt bei mir allerdings der Verdacht auf, dass Herr Holzwarth noch andere Menschen für “nicht normal” hält,  natürlich immer im Vergleich zu sich selbst und den Ansichten des lieben, netten Herrn Holzwarth.

Werner Baur, Oberkirchenrat der evangelischen Kirche meint dagegen vor einer Polarisierung der Schule warnen zu müssen, wenn es um das Thema “Homosexualität” geht. Meiner Meinung nach “polarisiert” dieses Thema nur pietistische Mitglieder seiner eigenen Kirche, unterschätzt da der Herr Oberkirchenrat nicht die Gesellschaft insgesamt, die wahrscheinlich weit fortschrittlicher ist beim Thema “Homosexualität” als seine eigenen Kirchenschäflein?



Wer die Redebeiträge auf einer Demonstration gegen den Bildungsplan verfolgen möchte, dem empfehle ich bei YouTube vorbeizuschauen. Man möge allerdings vorsichtig sein, das Ausmaß an Unverdaulichem und Abstrusem was diese Redebeiträge auszeichnet, ist erschreckend hoch.


Fragen, Fragen, immer diese Fragen


Der Papst tut es, die baden-württembergische Landesregierung tut es, also warum sollte man dann nicht einfach mitmachen?
Ein paar Fragen zu beantworten tut nicht weh, und wenn es um die  Lebenssituation von Schwulen und Lesben geht, so macht das ganze durchaus Sinn.

Onlinebefragung Ba Wü Frage

Wer etwas im Land Baden-Württemberg zum Positiven verändern möchte,  dem kann ich nur empfehlen sich zu beteiligen.
Die gestellten Fragen sind anonym zu beantworten, sie fallen nicht unters Beichtgeheimnis, und wenn man einmal eine Frage nicht beantworten möchte, so kann man einfach auf “Weiter” klicken.
Und hier geht’s zur Umfrage.

Nazi Inschrift am alten Rathaus von Weiler Rems

Weiler Rems Nazi Inschrift Rathaus

Das alte Rathaus von Weiler Rems, heute Verwaltungsstelle des Stadtteils Weiler Rems, wurde 1938 erbaut. Wie unschwer zu erkennen ist, steht über den großen schweren Holztüren am Eingang das Motto, welches die Erbauer 1937 für würdig empfanden, diesen repräsentativen Bau zu verzieren:

“Ein Volk, ein Wille.”

Das ist typisch völkisches Gedankengut. Die Bedeutung des Begriffs Volk wird überbetont, hypertrophiert, alles wird dem “Volk” untergeordnet, nationalistisches Denken ist die Folge, Überheblichkeit anderen Völkern gegenüber ebenso wie Ausgrenzung Andersdenkender, welche dann als “Volksverräter, Volksschädlinge oder Menschen die aus der “Norm” fallen, verurteilt werden.

Weiler Rems Nazi Inschrift Rathaus (2)Wer schwul ist oder einer anderen Minderheit angehört, die von den Nazis verfolgt wurde, weiß genau, welcher Ungeist von diesem Satz ausgedrückt wird.

Auch dass man bei jeder Europawahl, Bundestagswahl oder Landtagswahl in diesem Gebäude seine Stimme abgibt, mutet angesichts dieser Tatsache seltsam an.  Wenn man in Weiler Rems wählen gehen möchte, muss man zuvor eine Türe durchschreiten über der der Nazi Spruch “Ein Volk, ein Wille” in Stein gehauen steht.

68 Jahre nach Ende der Nazi Zeit sollte es den Bürgerinnen und Bürgern gelingen, diese Inschrift am Rathaus von Weiler zu tilgen. Aber die Uhren gehen in Weiler bekanntlich anders, sehr anders.

Angela Merkel, aus aktuellem Anlass

Angela Merkel hat also ein Grußwort geschrieben (oder schreiben lassen).
An den Gnadauer Gemeinschaftsverband zu seinem 125-jährigen Bestehen.
Schon einmal von dieser Versammlung gehört?
Nein? Ich auch nicht.
Es ist ein evangelikaler Verein, der homophobe Statements verfasst, davon ausgeht, dass Schwule einer Homo-Heilung unterzogen werden müssten und dass man keinesfalls das Zusammenleben von schwulen Pfarrern im Pfarrhaus erlauben sollte.
So weit nichts neues. Das alles gibt es auch bei mir in der schwäbischen Provinz zu genüge.

Angela Merkel

Welche Seite von sich zeigt uns Angela Merkel hier? Kuscht sie vor der evangelikalen Macht in der CDU?
Will sie sich das Stimmvieh für die Bundestagswahl gewogen machen? Oder könnte es sein, dass man als evangelische Pfarrerstochter bei diesem Thema nichts Intelligentes zustande bringt?



Schwabenstreich, nicht lustig

Die deutsche 4% Partei, früher einmal unter dem Namen FDP bekannt, hat ein neues Problem:  diesmal im Schwabenland, wo sie bisher stets respektable Wahlergebnisse erzielen konnte.

Und den Stein ins rollen gebracht hat sogar ein eigenes Parteimitglied. Wie die Stuttgarter Zeitung berichtet, trat Georg Gallus gestern aus der FDP mit der Begründung aus: “Dass die FDP das Adoptionsrecht für gleichgeschlechtliche Paare generell gewährleisten wolle … , sei der Tropfen gewesen, der das Fass zum überlaufen gebracht habe”. 

Georg Gallus war von 1974-1990 FDP Bundestagsabgeordneter und Staatssekretär im Bundeslandwirtschaftsministerium und stammt aus Hattenhofen (Kreis Göppingen).

Bundesarchiv_B_145_Bild-F076926-0025,_München,_CSU-Parteitag,_Gallus GeorgIn einem offenen Brief an Phillip Rösler, Parteivorsitzender der FDP, teilte Georg Gallus mit: “Die Bibel sagt uns, dass Homosexualität Sünde ist. Mir bleibt als überzeugter Christ somit nur noch der Austritt”.

Interessant ist die Reaktion der Verantwortlichen in der FDP:  Allgemeines Bedauern und keine Kritik. Vom zuständigen FDP Kreischef und Bundestagsabgeordneten Werner Simmling nur soviel, er finde den Austritt sehr sehr schade.

Und ich finde es sehr sehr schade, dass eine Partei wie die FDP sich gegen homophobe Scharfmacher nicht deutlicher abgrenzen kann.

Ein Jahr danach – der Winterbacher Brandanschlag und die Folgen

Wie in diesem Blog berichtet, hatten vor einem Jahr Rechtsradikale in Winterbach (2 km von Weiler Rems entfernt) einen Brandanschlag auf ausländische Mitbürger verübt. Hier nun ein kurzer TV Beitrag, der zusammenfasst was seitdem passiert ist.

schwul? Schwabe? und kein Betongold?

Falls jetzt jemand “Hüftgold” verstanden hat, der liegt leider falsch.
“Schwul? Schwabe? und kein Betongold?” mit diesen Worten versuchte mich ein Makler, ein im übrigen sehr gutaussehender Makler, zu überzeugen schnell den Erwerb einer Immobilie zu tätigen.
Man kennt ja die Argumente: der Euro ist schwach, die Zinsen sind auf einem historisch niedrigen Stand und die Inflation wird eines Tages unser Vermögen auffressen.
Alles schon tausend mal gehört.
Wobei es in meinem Fall nur einer Herz-Schmerz-Werbekampagne wie dieser bedurfte und ich wäre völlig willenlos:

Immoblienwerbung für schwule Schwaben

Deutschlandfunk Reportage über Brandanschlag in Winterbach


dlf_programmUschi Götz berichtete am 15. Januar im Deutschlandfunk über rechtsradikale Umtriebe im Remstal. Zitat: "Schon seit langem gilt das idyllische Tal östlich von Stuttgart als Hochburg von Rechtsradikalen und Rechtsextremen. Rechte Parteien wie die NPD und die sogenannten Republikaner sind hier besonders politisch aktiv."

Das stand in meinem Blog schon vor einem Jahr zu lesen.
Weiter berichtet Uschi Götz über den ausländerfeindlichen Brandanschlag in Winterbach. Dann über das laufende Gerichtsverfahren gegen die zwei 21 und 22 Jahre alten Verdächtigen, die wegen versuchten Mordes in 5 Fällen und schwerer Brandstiftung angeklagt sind. 
 
Aber auch in Bezug auf meinen Wohnort, Weiler Rems (liegt zwischen Winterbach und Schorndorf) steht nicht alles zum besten.
Uschi Götz berichtet von der Linde, einer zur Zeit geschlossenen Wirtschaft, die einem NPD Mitglied gehört. Dort hatten sich in der Vergangenheit regelmäßig Bürger zu einem sogenannten patriotischen Kreis getroffen, dazu kamen weitere rechtsradikale Aktivitäten. 
 
Insgesamt bietet dieser hervorragender Bericht, vor allem durch die Stimmen von Mitgliedern der Initiative "Weiler schaut hin" einen kompakten Überblick über rechtsradikale Aktivitäten in den letzten Jahren hier im Remstal.
Glücklicherweise kann man diesen Bericht nachhören, unter diesem link:

deutschlandfunk 15.01.2011 

google zeitgeist Jahresrückblick 2011

Schön wie Google den Erfolg von Web 2 und der politischen Revolution in Tunesien und Ägypten miteinander verknüpft. Leider weiß man bei  Revolutionen zu Beginn nie wohin sie später einmal führen.
Aber welche Auswirkungen die Social Media Bewegung auf Emanzipations und Befreiungsbewegungen in westlichen Staaten hat, sieht man im Video besonders gut bei 2:35 min als sich youtube Mitglied AreYouSurprised bei seinem Vater und der ganzen Internet Gemeinde als schwuler Soldat outet.

Und hier noch ein kurzer Vergleich:
am 23.06.2011 führte Google 6 890 000 Fundstellen für das Stichwort “schwul” auf

google schwul

und ein halbes Jahr später am 12.12.2011 waren es schon 9 870 000. 

google search schwul 12 12 2011

das macht einen Zuwachs von 43 % aus.

Volksbefragung

Massenhaft aufwändig produzierte Plakate verschandeln die Landschaft in meinem kleinen schwäbischen Dorf.
Es ist Volksabstimmung, morgen!

P1040068

P1040064Und das einzige Argument, das den Stuttgart 21 Befürwortern noch einfällt, lautet: “Jetzt haben wir schon so viel Geld ausgegeben, dann bauen wir es eben fertig.”
Natürlich ist dann noch meine Wahlkarte nicht eingetroffen, was einem kleinen Schwulen in einem kleinen schwäbischen Dorf immer einmal passieren kann. Gezwungenermaßen gehe ich also vor einigen Tagen aufs Bürgermeisteramt und unterschreibe eine Erklärung nach der ich meine Wahlunterlagen nicht bekommen habe und Ersatzunterlagen benötige. Bei der Gelegenheit, denke ich, wäre Briefwahl eine geniale Sache und so liegt heute schon meine “JA” Stimme für den Ausstieg in der Wahlurne.

The Intelligent Homosexual’s Guide to Capitalism and Socialism with a Key to the Scriptures

Gerade blättere ich angeregt im theater heute Jahrbuch 2011, da fällt mein Auge auf den von mir sehr geschätzten Theaterautor Tony Kushner. Regelmäßige Leser dieses Blogs wissen, theater heute ist die Zeitschrift die ab und zu aus meiner Post gestohlen wird, da einige Leute in Weiler Rems glauben spärlich bekleidete Menschen darin entdeckt zu haben.
Vorsicht Pornoalarm! Aber HALLO! Ein Schildbürgerstreich wie er nur in Weiler Rems möglich ist.

Diesmal ist mein theater heute Heft jedoch wohlbehalten angekommen, und so blättere ich ganz entspannt im Jahrbuch 2011 und lese den interessanten Artikel über den von mir hochgeschätzten Tony Kushner.
Hatte man noch 2010 ausgiebig das 20-jährige Jubiläum seines Theaterstücks Angels in America gefeiert, verfilmt unter anderem mit Meryl Streep und Al Pacino, ist Tony Kushner in der Zwischenzeit auch für sein Drehbuch zu Steven Spielbergs Film München bekannt geworden. Dazu kamen einige interessante Auftritte von ihm im amerikanischen Fernsehen, so dass man den  progressiven, schwulen Intellektuellen Tony Kushner keinesfalls vergessen konnte.

Nun also ist ein neues Theaterstück herausgekommen, drei ein halb Stunden lang über einen amerikanischen Familienvater, der seinen Kindern erklärt, dass er sterben will. Die Situation erinnert ein wenig an König Lear, nur dass es in dieser Familie nichts zu vererben gibt außer einem kommunistischen Manifest, das Vater Greg dem bezahlten Liebhaber seines Sohnes Pill schenkt. Pill, der älteste Sohn ist mit Paul verheiratet, kommt aber von Elli seinem bezahlten Liebhaber nicht los. Elli erbt das kommunistische Manifest und der Zuschauer versteht vielleicht damit die Verbindung zwischen Sex, Begehren und Kapitalismuskritik.
Tony KushnerTochter Empty dagegen war verheiratet, schläft noch mit ihrem Ex-Ehemann, lebt aber mit einer Frau zusammen, die sich dringend ein Kind wünscht, so dass Emptys Bruder Vic als Samenspender zur Verfügung stehen muss.
Vic ist Bauunternehmer, hat eine koreanische Frau geheiratet und lehnt die links-kommunistische Vergangenheit seiner Familie und insbesondere seines Vaters ab.
Das scheint mir also eine recht nette Mischung aus einer amerikanische Familiengeschichte nach dem Vorbild Eugene O'Neills zu sein, mit einer Prise Marxismus und etwas schwulem Sex, und das könnte auch an einem deutschen Theater für einen spannenden Abend sorgen. Genaue Daten zu einer deutschen Theateraufführung liegen leider noch nicht vor, sind aber zu erwarten.


und hier die Szene mit dem berühmten Zitat: "Oh yeah, baby, talk commie ..."




Rudolf Brazda im Alter von 98 Jahren verstorben

Der wahrscheinlich letzte schwule Überlebende eines KZ, Rudolf Brazda, ist vergangene Woche in einem Pflegeheim in Mulhouse friedlich verstorben.Über Brazdas Lebensweg wurde schon viel berichtet, unter anderem auch in diesem Blog. Neben seiner Ehrung mit dem französischen Preis der Ehrenlegion im April 2011, fand die  Lebensleistung Brazdas eine besondere Würdigung durch Berlins Bürgermeister Klaus Wowereit.Auch die internationale Presse erinnerte in zahlreichen Artikeln an das Leben und Schicksal von Rudolf Brazda.

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Die New York Times beschreibt in einem Artikel vom 05.08.2011 wie es Brazda und anderen offen lebenden Homosexuellen in der Nazizeit erging:
“During the 12-year Nazi regime … up to 100,000 men were identified in police records as homosexuals, with about 50,000 convicted of violating Paragraph 175 … 5,000 to 15,000 gay men were interned in the camps and about 60 percent of them died there, most within a year.“

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Die Los Angeles Times schreibt in ihrem Artikel vom 05.08.2011 über die Jahre, die Brazda im KZ Buchenwald interniert war:
Ein SS Mann habe ihm drei Zähne ausgeschlagen, anschließend wurde er zur Exekution ausgewählt und nur durch Fürsprache eines anderen Wärters gerettet.
Die drei Jahre in Buchenwald bezeichnete Brazda später als “Descent into hell”, als “Abstieg in die Hölle”.

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Der britische Independent beginnt seinen Artikel mit einer historischen Einführung zur Situation Homosexueller während der Nazi-Zeit:
“Hitler considered homosexuals "infectious" and sought to isolate or exterminate them to ensure his pure German master race. Most of what the Nazis called "die Rosa-Winkel" (the Pink Triangles), died – possibly up to 15,000 of them – either from exhaustion or starvation in the camps or on long marches led by the Nazi SS as allied forces closed in.”
Bei seiner Einlieferung nach Buchenwald im August 1942 erhielt Brazda die Häftlingsnummer 7952 und musste das rosa Dreieck auf der Häftlingsjacke als Homosexueller  tragen.
“In late March 1945, as the allies closed in, another SS officer hid him in the camp's pig shed so that he wouldn't be taken on a forced march. "I lay there with the pigs for 14 days until the Americans came," he said in his memoirs. "After that I was a free man. Others died, but I came through."
Brazda zog nach dem Krieg nach Mulhouse, Elsass, wo er 50 Jahre lang zusammen mit seinem Partner Edouard Mayer lebte.

Huffington Post logo
Amerikas wichtigste Internet Zeitung schreibt am  04.08.2011:
Brazda was born in 1913. He grew up in the eastern German town of Meuselwitz and repeatedly ran into trouble with Nazi authorities over his homosexuality before being sent to Buchenwald. … Berlin's openly gay mayor, Klaus Wowereit, who met Brazda in 2008, said he learned with regret of his death.
"He is an example of how important the work of remembrance is for our future," Wowereit said. …

links rechts, Pitsch Patsch Polka

 

Wenn Sepp, Schorsch und Peter die Straße heruntergetanzt kommen, dann machen sie mit ihren nackten Waden einen sehr strammen Eindruck.

 

D'Schwuhplattler

D’Schwuhplattler sind los. Auch wenn es mir als Schwabe schwer fällt zuzugeben: die Schwuhplattler sind verflixt gut.

Wer es mit eigenen Augen sehen möchte, kann dies gerne tun.

Die Reportage des Bayrischen Rundfunks von Steffi Illinger über die schwule Schuhplattler Gruppe ist soeben mit dem Felix-Rexhausen-Preis 2011 ausgezeichnet worden.

Und so kann man diese wirklich gute Dokumentation wiedersehen:

Auf Eins Extra, am Samstag, 25. Juni, 22.00 –22.30 Uhr
Bayern 3, am Dienstag, 28. Juni, 21.15 Uhr
und Mittwoch, 29. Juni, 03.45 Uhr

neues zum Winterbacher Brandanschlag

Wie die Stuttgarter Zeitung vom 21.05.2011 berichtete, hat die Polizei mehrere, dringend tatverdächtige Personen aus dem rechten Umfeld verhaftet.
Festgenommen wurden ein 21-Jähriger aus Berglen (Rems-Murr-Kreis), ein 21-Jähriger und ein 23-Jähriger aus dem Kreis Calw. Es wurde Haftbefehl wegen versuchten Mordes beantragt.
Vor 10 Tagen wurde dazu ein 20-Jähriger aus dem Kreis Ludwigsburg verhaftet.
Der 21-jährige Tatverdächtige aus Calw ist wegen diverser Delikte wie Verstoßes gegen das Waffengesetz, Körperverletzung und Sachbeschädigung polizeibekannt.
Die aus 32 Beamten bestehende Ermittlungsgruppe "Gartenhütte" bleibt, so Polizeisprecher Mittelfelder von der Waiblinger Polizei, auch nach dem Ermittlungserfolg weiterhin bestehen.
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Arnold Schwarzenegger, Vergangenheit und Zukunft

 Lieber Arnold, Arnold Schwarzenegger                                                                               nett siehst Du aus mit D...