The Intelligent Homosexual’s Guide to Capitalism and Socialism with a Key to the Scriptures

Gerade blättere ich angeregt im theater heute Jahrbuch 2011, da fällt mein Auge auf den von mir sehr geschätzten Theaterautor Tony Kushner. Regelmäßige Leser dieses Blogs wissen, theater heute ist die Zeitschrift die ab und zu aus meiner Post gestohlen wird, da einige Leute in Weiler Rems glauben spärlich bekleidete Menschen darin entdeckt zu haben.
Vorsicht Pornoalarm! Aber HALLO! Ein Schildbürgerstreich wie er nur in Weiler Rems möglich ist.

Diesmal ist mein theater heute Heft jedoch wohlbehalten angekommen, und so blättere ich ganz entspannt im Jahrbuch 2011 und lese den interessanten Artikel über den von mir hochgeschätzten Tony Kushner.
Hatte man noch 2010 ausgiebig das 20-jährige Jubiläum seines Theaterstücks Angels in America gefeiert, verfilmt unter anderem mit Meryl Streep und Al Pacino, ist Tony Kushner in der Zwischenzeit auch für sein Drehbuch zu Steven Spielbergs Film München bekannt geworden. Dazu kamen einige interessante Auftritte von ihm im amerikanischen Fernsehen, so dass man den  progressiven, schwulen Intellektuellen Tony Kushner keinesfalls vergessen konnte.

Nun also ist ein neues Theaterstück herausgekommen, drei ein halb Stunden lang über einen amerikanischen Familienvater, der seinen Kindern erklärt, dass er sterben will. Die Situation erinnert ein wenig an König Lear, nur dass es in dieser Familie nichts zu vererben gibt außer einem kommunistischen Manifest, das Vater Greg dem bezahlten Liebhaber seines Sohnes Pill schenkt. Pill, der älteste Sohn ist mit Paul verheiratet, kommt aber von Elli seinem bezahlten Liebhaber nicht los. Elli erbt das kommunistische Manifest und der Zuschauer versteht vielleicht damit die Verbindung zwischen Sex, Begehren und Kapitalismuskritik.
Tony KushnerTochter Empty dagegen war verheiratet, schläft noch mit ihrem Ex-Ehemann, lebt aber mit einer Frau zusammen, die sich dringend ein Kind wünscht, so dass Emptys Bruder Vic als Samenspender zur Verfügung stehen muss.
Vic ist Bauunternehmer, hat eine koreanische Frau geheiratet und lehnt die links-kommunistische Vergangenheit seiner Familie und insbesondere seines Vaters ab.
Das scheint mir also eine recht nette Mischung aus einer amerikanische Familiengeschichte nach dem Vorbild Eugene O'Neills zu sein, mit einer Prise Marxismus und etwas schwulem Sex, und das könnte auch an einem deutschen Theater für einen spannenden Abend sorgen. Genaue Daten zu einer deutschen Theateraufführung liegen leider noch nicht vor, sind aber zu erwarten.


und hier die Szene mit dem berühmten Zitat: "Oh yeah, baby, talk commie ..."




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