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§175

Die Initiative von Justizminister Heiko Maas nach §175 verurteilte Homosexuelle zu entschädigen, wurde allgemein mit großer Zustimmung aufgenommen.  Auch die pauschale Entschädigung der fünfzigtausend betroffenen Männer mit geringen Beträgen wurde akzeptiert auch wenn dies in vielen Fällen, im Vergleich zum erlittenen Unrecht, eine zu geringe Wiedergutmachung darstellt. Das alles kann jedoch nur ein erster Schritt sein wenn es um die Bewältigung staatlicher Verfolgung Homosexueller geht. Der Bundestag sollte hier eine Behörde schaffen ähnlich der Stasi-Unterlagenbehörde um alle Akten von wegen §175 Verurteilten zentral zu archivieren, so dass Familienangehörige deren Großvater, Vater oder Onkel verfolgt wurden, leichter Akteneinsicht beantragen können. Auch die wissenschaftliche Aufarbeitung aller Fälle müsste  konsequent vorangetrieben werden. Ich würde gerne wissen ob es Unterschiede gibt bei der Verfolgung Homosexueller nach §175 zwischen einzelnen Bundesländern, einzelnen Polizei…
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Die Arschhummel oder schimpfen und beleidigen lernen mit Martin Luther

Rechtzeitig zum 500 jährigen Jubiläum der Reformation in Deutschland beginnt in den Medien die kritische Berichterstattung über Martin Luthers theologisches Erbe.
Wer einmal Luthers Schrift  "Von den Juden und ihren Lügen"gelesen hat, weiß was für einen Einfluss Martin Luther auf den Judenhass in Deutschland hatte.

Als Homosexueller wüßte man gerne ob es auch für den fundamentalistischen Hass auf Schwule eine Vorbildfunktion bei Martin Luthers gibt?
Durch eine verdienstvolle Sendung des Deutschlandsfunks vom 06.09.2016 ist herausgekommen, dass Martin Luther seine Gegner gerne als "Arschhummel" beschimpfte, ein altdeutsches Wort für "Schwuler".

Sein Opfer: Sebastian Franck (1499-1543) ein katholischer Priester, der im Zug der Reformation zum lutherischen Protestantismus übertrat,  später jedoch Luthers Lehren kritisierte und sie in seinen Schriften mit einer toleranten überkonfessionellen Religionssicht ersetzte, in der der Wert des Einzelnen und seiner …

Volker Teich, homophober Dekan von Schorndorf, scheidet aus dem Amt

Wie dem Gemeindebrief der evangelischen Gesamtkirchengemeinde Schorndorf zu entnehmen ist, verlässt Dekan Teich im Herbst 2016 Schorndorf. Mehrfach negativ aufgefallen wegen seiner pietistisch homophoben Grundhaltung, überschatteten Volker Teichs homophobe Entgleisungen seine 11-jährige Amtszeit in Schorndorf.
Vertuschungen und Beschwichtigungsversuche wie sie nun im Gemeindebrief zu lesen sind, können nur mühsam überdecken welchen Schaden Volker Teich in Schorndorf angerichtet hat. Dass ausgerechnet Annegret Scherz-Dollmann vom Gesamtkirchengemeinderat diese Lobhudeleien schreibt, stößt bei vielen Betroffenen auf besondere Bestürzung. Schließlich hatten viele homosexuelle Menschen von den Kirchengemeinderäten erwartet, dass diese mutig gegen die homophoben Einlassungen von Dekan Teich protestieren würden. Dem war nicht so. Zurecht fühlen sich homosexuelle Menschen heute noch von den Äußerungen Teichs beledigt und in ihrer Würde verletzt.   Die peinliche Art wie Herr Teich nun mit den…

der Brief des Pfarrers nach dem Kirchenaustritt

Am Freitag wurden die Kirchenaustritte der evangelischen Kirche im Jahr 2014 bekannt:
270 000 - soviele Menschen sind noch nie ausgetreten. Am selben Tag landete auch der Brief vom Pfarrer, den man üblicherweise nach einem Kirchenaustritt bekommt, in meinem Briefkasten. 
Nun schreibe ich schon seit vielen Jahren diesen Blog und an der Reaktion evangelischer  Christen merke ich, dass er durchaus auch von Evangelen gelesen wird.
Nun hält es die Pfarrerin von Schorndorf-Weiler für nötig mir einen Fragebogen ins Haus zu schicken auf dem ich ankreuzen soll warum ich aus der Kirche ausgetreten bin. Dass ich nach Jahrzehnten von Diskriminierung und Schwulenhetze in der Kirchengemeinde Weiler Rems nicht mehr Mitglied sein möchte, hat sich bis ins Pfarramt noch nicht herumgesprochen.
Dieser Fragebogen lohnt eine genauere Analyse. Er besteht aus vielen frei ankreuzbaren Aussagen, leicht auszuwerten für jeden Kirchen Statistiker. Hier ein Auszug:
( ) Unstimmigkeit mit der Kirchenleitung ( ) Uns…

30 Jahr Schwulenhetze sind genug, mein Kirchenaustritt im Jahr 2015

Dass der Austritt aus der evangelischen Kirche einem so leicht fallen würde, hätte ich mir früher nicht vorstellen können. Wer aber weiß welche homophoben Zustände in der evangelischen Kirche in Württemberg herrschen, der versteht was ich meine. In meiner Kirchengemeinde wechseln sich seit Jahrzehnten pietistische und evangelikale Pfarrer ab. Pietismus und Fundamentalismus legen sich wie Mehltau über die ganze Gegend, meist werden Pietisten wegen ihrer ideologischen Linientreue  mit einer Anstellung belohnt, Kompetenz und Charakter sind sekundär beziehungsweise nicht vorhanden. Dass meine Heimatstadt Schorndorf im sogenannten pietistischen Bibelgürtel um Stuttgart liegt, wissen viele. So hat der frühere Dekan von Schorndorf, Rolf Scheffbuch, mit vielen anderen ein Manifest gegen Homosexualität verfasst. Auch der heutige  Dekan von Schorndorf, Volker Teich, ist Teil dieser Bewegung. Was mich aber völlig fassungslos gemacht hat, ist die Tatsache, dass Michael Diener, einer der schlimmsten …

Birgit Kelles Auftritt bei einer CDU Veranstaltung in Schorndorf

Wenn man jemanden fragt, was Toiletten, Kinderspielplätze und die Bibel gemeinsam haben, würde jeder antworten "nichts". Folgt man der Verschwörungstheorie von Birgit Kelle so sind alle drei Opfer der bösen Gender Ideologie, die eine böse Vernichtungsstrategie fährt gegen Familien, Kinder und die deutsche Sprache. Es ist der alte "David gegen Goliath Trick", dem man hier begegnet und den Frau Kelle benutzt um das Publikum auf ihre Seite zu ziehen. Auf der einen Seite, so Kelle, stehen die kleinen einfachen Leute, die sich um ihre Familie sorgen, und auf der anderen Seite stehen mächtige Politiker und Genderideologen, die im Geheimen das sogenannte "Gender Mainstreaming" durchführen und alle Werte wie Familie, Ehe oder traditionelle Geschlechterrollen zerstören. Das Publikum in Schorndorf-Oberberken, einem betont konservativen Stadtteil von Schorndorf, saugte diese trübe Botschaft am Samstag gierig auf.

Anschließend zeigte Frau Kelle an zahlreichen Wort-B…

Jeden Tag eine schlechte Tat - Homophobie als Bestandteil konfessioneller Jugendarbeit.

Die Kritik an konfessionellen Pfadfindern ist bekannt: hierarchisch aufgebaut, autoritäre Verfassung, Zwang zu Uniform/ Pfadfindertracht, antimodernistische Naturverherrlichung, Geschlechtertrennung und ein fundamentalistisch / frömmlerisches Weltbild. So sieht die Jugendarbeit bei konfessionell gebundenen Pfadfindern aus und da es in einer pietistisch geprägten Kirchengemeinde wie der meinen keine freie Jugendarbeit gab, trat ich mit 12 Jahren als Mitglied in die Christlichen Pfadfinderschaft Weiler ein. Irgendwann im Alter von fünfzehn oder sechzehn ging dann das Gerücht um ich könnte homosexuell sein und von dem Zeitpunkt an war es mit dem beschaulichen Aufwachsen in der schwäbischen Provinz vorbei.
Später als ich selbst eine Pfadfindergruppe leitete, waren dann offene Anfeindungen und Mobbing an der Tagesordnung - ein schwuler Gruppenleiter stellt natürlich im Weltbild pietistisch evangelikaler Hardliner ein höchst gefährliches Individuum dar.
Auch die verpflichtende Teilnahme an ein…