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Ehe für alle, aber bitte nicht in der schwäbischen Provinz

Diese Woche war es so weit, Schwule und Lesben stürmten die Standesämter um zu heiraten und nicht mehr mit einer Mini Version, gerne auch Lebenspartnerschaft genannt, abgespeist zu werden. So weit so gut. Die formale Gleichstellung von homosexuellen Bürgern mit ihren heterosexuellen Mitbürgern wurde also am 1.10.2017 erreicht. Und wie geht es nun  weiter? Zum Beispiel in meiner schwäbischen Heimatstadt Schorndorf? Bei der Abstimmung über die "Ehe für alle" stimmten 38 CDU Bundestagsabgeordnete aus Baden Württemberg dagegen und nur vier dafür.

Der Abgeordnete meines Wahlkreises, Jochen Pfeiffer CDU, stimmte natürlich dagegen. Der Vorsitzende der CDU Fraktion im Schorndorfer Stadtrat, Hermann Beutel, Mitglied einer fundamentalistischen evangelikalen Splittergruppe sagte "nur die heterosexuelle Ehe ist reproduktionsfähig. Andere Lebensformen können das nicht."

Als Beutel 2014 die Petition gegen den grün-roten Bildungsplan unterschrieb, tat er dies, um zu verhindern, …
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Der homophobe Netzwerker Ulrich Parzany

Richard Nixon, Donald Trump, Mitt Romney ... wer glaubt die große Politik hätte keine Auswirkungen auf das Leben jedes einzelnen Menschen, der  täuscht sich.
Als Rolf Scheffbuch, Dekan von Schorndorf,  Mitglied im Komitee für Billy Grahams Deutschlandbesuch wurde, wusste jeder, dass Billy Graham ein Freund Richard Nixons war, der hier nichts anderes tun würde als sein reaktionäres Gesellschaftsbild zu predigen.
1993 saß auch Ulrich Parzany in diesem Billy Graham Komitee neben dem Dekan von Schorndorf. Von diesem Zeitpunkt an standen Parzany in Schorndorf alle Türen offen.


Was die Presse über Ulrich Parzany schreibtErzkonservativer Fernhsehprediger (chrismon)Verbitterter alter Mann (Zeit)Umstrittener Prediger  (Stuttgarter Nachrichten)Parzany und Gefolgsleute gründen Netzwerk "Bibel und Bekenntnis". Kommunique dekretiert "Homosexuelle leben in Sünde" (Welt)Salzburger Erklärung vom 6. September 2015. Parzany gehört zu den Erstunterzeichnern. Die Salzburger Erklärung…

Wenn fundamentalistische Christen Politik machen

Die wenigsten von uns erinnern sich heute noch an dieses Bild: Als Präsident Nixon während des Vietnamkriegs dringend Unterstützung brauchte, fand er einen willigen Helfer und Fürsprecher in dem Großevangelisten Billy Graham. 

Auch die Tatsache, dass Nixon wegen Watergate zum größten Skandal Präsidenten der USA wurde, störte Billy Graham nicht weiters. Als Graham nach Deutschland kam um auch hier zu „Evangelisieren“, fand er einen weiten Unterstützerkreis. Der damalige württembergische Landesbischof von Württemberg Theo Sorg verteidigte Graham nachdrücklich und als 1993 ein Unterstützerkomitee für Billy Grahams Besuch in Deutschland gegründet wurde, trat Rolf Scheffbuch, der evangelische Dekan meiner Heimatstadt Schorndorf, diesem Unterstützerkomitee bei.
Viele Jahre später stellte sich dann heraus, dank der heimlich mitgeschnittenen Gespräche im Weißen Haus, dass Billy Graham und Richard Nixon, die Kritik an Vietnam und Watergate auf eine jüdische Presseverschwörung zurückführten. S…

#CDU #Baden-Württemberg holt Donald #Trump nach #Stuttgart

So lauteten damals die Schlagzeilen  im Jahr 2001 als Wolfgang Schuster, CDU Oberbürgermeister von Stuttgart auf die Idee kam ein Hochhaus müsste in Stuttgart gebaut werden und zwar von Donald Trump höchst persönlich.


Der Aufschrei war riesengroß, niemand hielt das für eine gute Idee, außer der CDU natürlich und so hörte man bald  nichts mehr vom ganzen Projekt.
Morgen wird nun Donald Trump in Hamburg einfliegen. Da hat man sicher einen schönen Überblick über die Stadt aus der Airforce One und kann einschätzen ob Hamburg vielleicht noch ein Hochhaus braucht.
Die Geschichte in  Stuttgart ging dann so aus:  Oberbürgermeister Schustervon der CDU bemerkte, dass kein Hochhaus in Stuttgart jemals seinen Namen tragen würde und so wurde er über Nacht zum glühenden Verfechter von Stuttgart 21.
Jetzt darf Stuttgart sich mit einem unterirdisch schlechten Tiefbahnhof schmücken, Donald Trump ist amerikanischer Präsident und in Hamburg findet G20 statt.
Hmmh.


weitere Lektüre:

Badische Zeitung

Welt N2…

Dekanin Baur, Schorndorf, setzt den homophoben Kurs ihrer Vorgänger fort

Groß war die Hoffnung auf einen Neuanfang für die evangelische Kirche Schorndorf. Nachdem Dekan Scheffbuch und Dekan Teich über die Grenzen Schorndorfs hinaus  wegen ihrer homophoben Propaganda  bekannt wurden, hielten viele Menschen die Zeit reif  für eine Veränderung in Schorndorf. Schnell wurden diese Hoffnungen nun enttäuscht.


Neue Besen kehren gut: aber nicht in Schorndorf
Störrische Realitätsverweigerung, einseitige Bibellektüre und eine aggressiv homophobe Grundhaltung sind die Markenzeichen von Ulrich Parzany. Herr Parzany gehört zu den Evangelikalen deren homophobe Grundhaltung besonders gut dokumentiert sind.

Man muss also schon naiv sein oder dreist wenn man die negativen Schlagzeilen, die Herr Parzany produziert, nicht zur Kenntnis  nimmt.  Von diesen Leuten gibt es traditionell viele in Schorndorf, dass die neue Schorndorfer Dekanin Baur zu ihnen gehört, ist neu. 
Ist der Ruf erst ruiniert, lebt sich's ganz ungeniert  
Wer einmal die Hoffnung hatte, dass nach den hom…

§175

Die Initiative von Justizminister Heiko Maas nach §175 verurteilte Homosexuelle zu entschädigen, wurde allgemein mit großer Zustimmung aufgenommen.  Auch die pauschale Entschädigung der fünfzigtausend betroffenen Männer mit geringen Beträgen wurde akzeptiert auch wenn dies in vielen Fällen, im Vergleich zum erlittenen Unrecht, eine zu geringe Wiedergutmachung darstellt. Das alles kann jedoch nur ein erster Schritt sein wenn es um die Bewältigung staatlicher Verfolgung Homosexueller geht. Der Bundestag sollte hier eine Behörde schaffen ähnlich der Stasi-Unterlagenbehörde um alle Akten von wegen §175 Verurteilten zentral zu archivieren, so dass Familienangehörige deren Großvater, Vater oder Onkel verfolgt wurden, leichter Akteneinsicht beantragen können. Auch die wissenschaftliche Aufarbeitung aller Fälle müsste  konsequent vorangetrieben werden. Ich würde gerne wissen ob es Unterschiede gibt bei der Verfolgung Homosexueller nach §175 zwischen einzelnen Bundesländern, einzelnen Polizei…

Die Arschhummel oder schimpfen und beleidigen lernen mit Martin Luther

Rechtzeitig zum 500 jährigen Jubiläum der Reformation in Deutschland beginnt in den Medien die kritische Berichterstattung über Martin Luthers theologisches Erbe.
Wer einmal Luthers Schrift  "Von den Juden und ihren Lügen"gelesen hat, weiß was für einen Einfluss Martin Luther auf den Judenhass in Deutschland hatte.

Als Homosexueller wüßte man gerne ob es auch für den fundamentalistischen Hass auf Schwule eine Vorbildfunktion bei Martin Luthers gibt?
Durch eine verdienstvolle Sendung des Deutschlandsfunks vom 06.09.2016 ist herausgekommen, dass Martin Luther seine Gegner gerne als "Arschhummel" beschimpfte, ein altdeutsches Wort für "Schwuler".

Sein Opfer: Sebastian Franck (1499-1543) ein katholischer Priester, der im Zug der Reformation zum lutherischen Protestantismus übertrat,  später jedoch Luthers Lehren kritisierte und sie in seinen Schriften mit einer toleranten überkonfessionellen Religionssicht ersetzte, in der der Wert des Einzelnen und seiner …