Sonntag, 7. Februar 2016

der Brief des Pfarrers nach dem Kirchenaustritt

Am Freitag wurden die Kirchenaustritte der evangelischen Kirche im Jahr 2014 bekannt:
270 000 - soviele Menschen sind noch nie ausgetreten. Am selben Tag landete auch der Brief vom Pfarrer, den man üblicherweise nach einem Kirchenaustritt bekommt, in meinem Briefkasten. 

Nun schreibe ich schon seit vielen Jahren diesen Blog und an der Reaktion evangelischer  Christen merke ich, dass er durchaus auch von Evangelen gelesen wird.
Nun hält es die Pfarrerin von Schorndorf-Weiler für nötig mir einen Fragebogen ins Haus zu schicken auf dem ich ankreuzen soll warum ich aus der Kirche ausgetreten bin. Dass ich nach Jahrzehnten von Diskriminierung und Schwulenhetze in der Kirchengemeinde Weiler Rems nicht mehr Mitglied sein möchte, hat sich bis ins Pfarramt noch nicht herumgesprochen.

Dieser Fragebogen lohnt eine genauere Analyse. Er besteht aus vielen frei ankreuzbaren Aussagen, leicht auszuwerten für jeden Kirchen Statistiker. Hier ein Auszug:

( ) Unstimmigkeit mit der Kirchenleitung
( ) Unstimmigkeit mit dem Gemeindepfarrer
( ) Unstimmigkeit mit der Art von Gottesdienst, Predigt oder Veranstaltungen
( ) Unstimmigkeit mit ...
( ) Schlechte Betreuung durch die Gemeinde
( ) Verärgerung aus aktuellem Anlass, und zwar ...
( ) Ich kenne den Gemeindebrief der Kirchengemeinde Weiler
u.s.w.

Unstimmigkeit ist ein Wort, das man auf eine Komposition oder ein Bild anwendet, sicherlich nicht auf einen Menschen und seine Beziehung zu einer religiösen Vereinigung. Ich möchte auch nicht "betreut" werden, ich bin weder alt noch gebrechlich oder vergesslich. Und verärgert bin ich auch nicht. Ich bin nur der Meinung, dass ich einer homophoben, pietistisch dominierten Kirche nicht angehören möchte.
Und deshalb werde ich diesen Fragebogen NICHT ausfüllen.
Denn sonst ließe ich es zu, dass die evangelische Kirche mir ein letztes mal ihre abwertende Wortwahl aufdrängt. Und das ist ihr zuvor schon so oft gelungen.
Ab heute nicht mehr.


Dienstag, 8. Dezember 2015

30 Jahr Schwulenhetze sind genug, mein Kirchenaustritt im Jahr 2015

Dass der Austritt aus der evangelischen Kirche einem so leicht fallen würde, hätte ich mir früher nicht vorstellen können. Wer aber weiß welche homophoben Zustände in der evangelischen Kirche in Württemberg herrschen, der versteht was ich meine.
In meiner Kirchengemeinde wechseln sich seit Jahrzehnten pietistische und evangelikale Pfarrer ab. Pietismus und Fundamentalismus legen sich wie Mehltau über die ganze Gegend, meist werden Pietisten wegen ihrer ideologischen Linientreue  mit einer Anstellung belohnt, Kompetenz und Charakter sind sekundär beziehungsweise nicht vorhanden.
Dass meine Heimatstadt Schorndorf im sogenannten pietistischen Bibelgürtel um Stuttgart liegt, wissen viele. So hat der frühere Dekan von Schorndorf, Rolf Scheffbuch, mit vielen anderen ein Manifest gegen Homosexualität verfasst. Auch der heutige  Dekan von Schorndorf, Volker Teich, ist Teil dieser Bewegung.
Was mich aber völlig fassungslos gemacht hat, ist die Tatsache, dass Michael Diener, einer der schlimmsten homophoben Propagandisten aus dem evangelikal pietistischen Milieu seit 15.11.15 als Mitglied im obersten Leitungsgremium der EKD aufgenommen wurde.
"Scheinheilig, nicht heilig", nennt man Pietisten und Evangelikale häufig und das ist auch gut so.
In Zukunft werden meine Kirchensteuern nicht mehr dazu missbraucht um diese Leute mit großzügig bemessenen Gehältern zu alimentieren. 
Was für eine Erleichterung ein Kirchenaustritt doch sein kann.
Ich warte schon auf die nächsten Kirchenaustrittszahlen, 200 000 werden es bestimmt sein.
Hat schon einmal jemand gezählt wie viele Menschen von Pietisten und anderen Fundamentalisten aus der evangelischen Kirche hinausgedrängt wurden?
Das würde bestimmt viele Menschen interessieren.


Montag, 19. Oktober 2015

Birgit Kelles Auftritt bei einer CDU Veranstaltung in Schorndorf

Wenn man jemanden fragt, was Toiletten, Kinderspielplätze und die Bibel gemeinsam haben, würde jeder antworten "nichts".
Folgt man der Verschwörungstheorie von Birgit Kelle so sind alle drei Opfer der bösen Gender Ideologie, die eine böse Vernichtungsstrategie fährt gegen Familien, Kinder und die deutsche Sprache.
Es ist der alte "David gegen Goliath Trick", dem man hier begegnet und den Frau Kelle benutzt um das Publikum auf ihre Seite zu ziehen. Auf der einen Seite, so Kelle, stehen die kleinen einfachen Leute, die sich um ihre Familie sorgen, und auf der anderen Seite stehen mächtige Politiker und Genderideologen, die im Geheimen das sogenannte "Gender Mainstreaming" durchführen und alle Werte wie Familie, Ehe oder traditionelle Geschlechterrollen zerstören. Das Publikum in Schorndorf-Oberberken, einem betont konservativen Stadtteil von Schorndorf, saugte diese trübe Botschaft am Samstag gierig auf.


Anschließend zeigte Frau Kelle an zahlreichen Wort-Beispielen auf wie Genderideologen die deutsche Sprache verhunzen, die Bibel umschreiben und gotteslästerliche Fragen stellen wie zum Beispiel: Warum ist Gott ein Mann und keine Frau?
Das alles lächerlich zu machen, was Wissenschaftler über Geschlechterunterschiede beim Menschen herausgefunden haben, ist der zweite rhetorische Trick, den Kelle benutzt.
Erst wenn sie ihren Gegner so richtig lächerlich gemacht hat, kann sie ihn später verunglimpfen, beschimpfen und sich moralisch über ihn stellen.
Die Lokalzeitung Schorndorfer Nachrichten berichtet in einem Artikel vom 19.10.2015 welche Entgleisungen Birgit Kelle sich sonst noch geleistet hat.
Zitat: "Es ist die Rückkehr der Pädophilen, die wir gerade erleben."
und dann das Plädoyer "für die normalen Familien, die das Land am Laufen halten. Denn achtzig Prozent der Kinder leben bei ihren leiblichen Eltern."  
Bewusst beleidigt Kelle Bürger, die nicht zu den achtzig Prozent gehören, und am Ende kommt dann der zentrale Satz: "Ehe für alle und Adoptionsrecht für Homosexuelle, das halte ich für falsch"

Birgit Kelle CDU Schorndorf
Der Beifall des Publikums in Schorndorf war Kelle dafür sicher.
Aber nicht überall läuft es so gut für Birgit Kelle wie in Schorndorf.
Dass ihr Buch mit dem so klugen und sachlichen Titel GenderGaga vor vier Wochen auf der Hitlist von Mediacontrol im Bereich sozialer Medien auf Platz 1 stand, erfährt man auf Frau Kelles Facebook Seite. Schaut man jetzt auf mediacontrol nach, ist Frau Kelles Buch aus den Top 10 herausgefallen und auf den hinteren Rängen verschwunden. 

Das bedeutet, dass Frau Kelle in Zukunft noch viele Talk Show Auftritte absolvieren muss und auf vielen CDU Veranstaltungen sich verausgaben wird.
Vielleicht verkauft sich dann ihr Buch wieder besser. Gelegenheit für weitere Auftritte gibt es reichlich, schließlich ist in einem halben Jahr Landtagswahl in Baden Württemberg und die CDU sucht händeringend nach Rednern, die ihr die Wähler an die Wahlurne treiben. Wohl bekomm's.